„FLange saßen sie dort und hatten es schwer;
Aber sie hatten es gemeinsam schwer und das war ein Trost.
Leicht war es trotzdem nicht.


Von Astrid Lindgren aus „Ronja Räubertochter“

Gemeinsamer Besuch der Trauerinsel

Die Trauerinsel auf dem St. Martinus Friedhof in Greven war unlängst das Ziel der Sterbe- und Trauerbegleiterinnen der St. Franziskus Hospizbewegung und Vereinsmitgliedern, wozu sie die ErzieherInnen der Legdener und Asbecker Kita‘s herzlich einluden.

Auf dem Friedhof wurde die Gruppe von Henrik Schlott, dem Friedhofsgärtner und von Nina Lange und Marion Borgmann, den Verbundleitungen der insgesamt sieben Grevener Kindergärten begrüßt. Für die drei stellt das Projekt Trauerinsel von der ersten Idee bis heute ein besonderes Herzensprojekt dar.

Trennungen und Abschiede ziehen sich durch unser Leben. Besonders schwierig wird es, wenn Kinder mit dem Tod konfrontiert werden. Mit ihnen über Sterben und Tod zu sprechen, fällt oftmals schwer, macht unsicher und uns fehlen die Worte. Das Konzept der Trauerinsel setzt hier ein, indem sie Kindern Trauer „begreifbar“ machen lässt, erklären die Verbundleitungen.

Die Trauerinsel, die geschützt und gleichzeitig sichtbar als Teil des Friedhofs zwischen Kapelle und ersten Grabstellen liegt, soll Kindern an verschiedenen Stationen zeigen, wie sie mit Verlusten umgehen können, erklärte Henrik Schlott. So kann zum Beispiel das Tipi ein sicherer, geschützter Ort für Kinder sein, wenn sie eine Trauerfeier überfordert und sie sich zurückziehen möchten. Mit dem darin aufgestellten Teleskop kann durch ein kleines Fenster der Friedhof oder der Himmel beobachtet werden.
Unweit davon findet sich eine Stele mit der Aufschrift „Kummergrab“. Durch einen Schlitz im Boden können Zettel versenkt werden. „Wer möchte kann seine Sorgen und Ängste aufschreiben oder aufmalen oder z.B. einen Brief an die verstorbene Oma hineinstecken“, erzählte Nina Lange.

Am Rand eines Sandkastens steht ein großer Leuchtturm. Er soll ein Zeichen für Halt und Orientierung darstellen in der Trauer. Eingefasst ist er von großen und kleinen Findlingen. So unterschiedlich schwer es ist, von einem auf den nächsten Stein zu springen, so unterschiedlich sind auch unsere Gefühle. Spielen und Freude haben, auch wenn du traurig bist, ist völlig in Ordnung, ist auf dem Schild dieser Station zu lesen.

Ein großes rotes Holzherz hängt in einem Baum, das in der Mitte durchgebrochen werden kann. Das gebrochene Herz macht das traurige Gefühl deutlich, wie sehr der Mensch vermisst wird. Wenn das gebrochene Herz umgedreht wird, stellen sich zwei blaue Tränen dar und die Kinder werden ermutigt all ihre Gefühle, ihren Kummer herauszulassen.

Kinder haben wenig Berührungsängste, betont Henrik Schlott. Deshalb stehen eine Urne, ein halber Sarg, Sargbeschläge, verschiedene Grabsteine uvm. auf der Trauerinsel. Kinder können sie ansehen, anfassen und sprichwörtlich „begreifen“. Zudem finden sich an jeder Station kindgerechte Erklärungen, Impulse und Fragen, um mit ihnen darüber zu sprechen.

Eine besondere Symbolik stellt der Wackelbalken dar: Menschen, die sehr traurig sind, haben oft das Gefühl den Halt, den sicheren Boden unter den Füßen zu verlieren. Über den Wackelbalken zu laufen, fühlt sich ähnlich an. Da kann es sehr guttun, wenn ein Erwachsener deine Hand hält, bis du am Ende des Wackelbalkens angekommen bist und wieder mit beiden Füßen auf sicheren Boden stehst, berichtet Marion Borgmann.

Am Ende der kurzweiligen Führung sind alle Beteiligten tief bewegt und sehr beeindruckt. Einstimmig sind sie der Meinung, dass die Initiatoren durch ihren passionierten und engagierten Einsatz ein bemerkenswertes und einzigartiges Projekt ins Leben gerufen haben. Mit der Trauerinsel haben sie einen besonderen Ort geschaffen, an dem man gemeinsam mit Kindern über Themen wie Trennung, Abschied, Sterben, Tod und Trauer sprechen kann, sie in Zeiten der Trauer ihre Gefühle ausdrücken und Trost finden.

Besuch der Trauerinsel

Treffpunkt Friedhof

Der Friedhof ist ein Ort der Begegnung und der Erinnerung. Für viele ist es auch ein sozialer Treffpunkt. An diesem Ort treffen sich diejenigen, die einen lieben Menschen verloren haben. Hier können sie miteinander Trauer und Leid teilen und sich gegenseitig stärken.

Seit vielen Jahren bietet die St. Franziskus Hospizbewegung Legden Asbeck e. V. einmal im Monat das Friedhofscafé an. In den Monaten April bis Oktober sind die Besucher des Friedhofs in den Pavillon des Friedhofsgartens eingeladen, bei Kaffee und Plätzchen eine Pause zu machen. Zwei ehrenamtliche Mitarbeiterinnen der Hospizbewegung stehen für Gespräche und Fragen zur Verfügung.

Am 8. Mai findet das Friedhofscafé von 15:00 bis 16:30 statt. In den anderen Monaten am 1. Freitag des Monats zur selben Zeit. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der Hospizbewegung freuen sich über Besuche und gute Gespräche.

regelmäßige Termine

Sprechstunden

Jeden 3. Mittwoch im Monat von
15:30 - 17:30 Uhr oder nach tele-
fonischer Vereinbarung
Tel.: 0160 - 4520030

Ort: Haus Weßling, Busshook 6 in
48739 Legden


Friedhofskaffee

Freitag, 05. Juni 2026

von April bis Oktober jeden
1. Freitag von 15:00 bis 16:30 Uhr


Trauertreff im Haus Weßling

Samstag, 13. Juni 2026

Anmeldung bis zum
11. Juni 2026


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Flyer - Trauerbegleitung

Flyer - Erste Hilfe im Umgang mit Trauer

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